Presse


„Und dabei male ich größer als je zuvor!“

 

Abgesagte Veranstaltung in den Hans-Pinsel-Ateliers  12.11.2020

 

Auch die Alternativveranstaltung, die die Künstlerin Corinna Weiss in den Hans-Pinsel-Ateliers in Haar organisierte, musste nun coronabedingt abgesagt werden. „Corona hat uns unsichtbar gemacht“, sagt sie. Und trotzdem, oder gerade deswegen, malt sie jetzt größer als je zuvor. 

Ein bisschen sieht es aus wie ein verwunschenes Schlösschen. Inmitten eines Gewerbegebiets: Das Haus der Hans-Pinsel-Ateliers an der Hans-Pinsel-Straße 7 in Haar. Dort vergraben sich zehn Künstler und suchen in Einsamkeit die Inspiration für ihre Bilder. Aber einmal im Jahr, im November, sperren sie die Türen der Ateliers auf und zeigen ihre Werke. Nur in diesem Jahr nicht. Corona bedingt musste die jährliche Ausstellung abgesagt werde. Eine der zehn Kunstschaffenden, Corinna Weiss, versuchte zumindest eine kleine Veranstaltung in ihrem Raum zu realisieren. „Es war schon alles organisiert. Ich habe ein Absperrband gekauft und mir ein Hygienekonzept überlegt“, sagt sie. Und nun kam der erneute Lockdown. Sehr kurzfristig und völlig überraschend. Die nächste Klatsche für die Künstler. Weiss musste die Veranstaltung, die eigentlich am 14. und 15. November hätte stattfinden sollen, abermals absagen. „Eigentlich sollten die Menschen mit einem Glas Wein in der Hand durch die verwinkelten Räume laufen und sich von der Kunst in unsere Welt tragen lassen“, sagt sie und blickt träumerisch im Haus umher. Überall hängen die Kunstwerke der Maler. Dann schüttelt sie den Gedanken ab. „Ist nun Mal nicht. Und ich bin froh, dass es mich hier überhaupt noch gibt.“ Ein paar Künstler an der Hans-Pinsel-Straße mussten ganz aufgeben, andere sich verkleinern. Auch Corinna Weiss. Sie hat einen ihrer Ateliers-Räume hergegeben und zwängt sich nun mit ihren Mädels, wie sie die Frauen auf ihren Bildern nennt, in einen kleinen Raum. Gemütlich ist es dennoch, mit einem kleinen Eckbalkon. Immerhin. Trotzdem: Die Veränderung fiel ihr schwer. „Ein halbes Jahr konnte ich gar nicht malen, ich war irgendwie durch die Ereignisse blockiert. Und jetzt male ich größer als je zuvor!“ Schon verrückt, was Corona mit uns macht.

Es ist natürlich ein zweischneidiges Schwert, denn zum Einen lebt Weiss vom Bilderverkauf — und ohne Ausstellungen kein Verkauf. Auf der anderen Seite hat sie jetzt weniger Druck. „Ich muss nicht mehr ein Bild bis zu einem bestimmten Zeitpunkt fertig machen.“ Und so kann sie sich ganz auf ihre Mädels und die Geschichten, die sie erzählen will, einlassen. Dann sitzt sie im Sessel, betrachtet die Leinwand und überlegt, was die Geschichte noch braucht, um fertig erzählt zu sein. „Die Betrachter sollen immer wieder neue Details im Bild finden können, wenn sie es ansehen. Das ist mein Ziel“, sagt sie. „Ich lege meine ganzen Gefühle in so ein Bild und verarbeite meine eigenen Emotionen in den Geschichten. Es ist schön, wenn die Emotionen dann auf die Menschen überspringen, die meine Bilder sehen.“

Eigentlich mag Weiss ihre Bilder nicht gerne erklären. Der Betrachter soll seine eigene Fantasie spielen lassen. Für HALLO aber macht sie eine Ausnahme und erklärt ihr Coronabild „Buntnull“ (Foto). Dieses wird vom 26. Januar bis zum 24. Februar in der Ausstellung „Magie der Masken“ im Truderinger Kulturzentrum zu sehen sein. „Und dabei ist auf meinem Bild alles, nur keine Maske“, sagt sie und lacht. „Das wäre mir zu offensichtlich gewesen.“ Das Hintergründige ist es, das Weiss nämlich viel mehr interessiert. Darum wirkt „Buntnull“ mit seiner Farbenpracht auf den ersten Blick auch sehr positiv. Erst auf den zweiten Blick sieht man, dass die beiden Harlekine melancholisch drein blicken. „Sie können sich nicht zeigen, genauso wie wir Künstler“, sagt Weiss. „Corona hat uns unsichtbar gemacht.

 

 

Dann, wenn man das Bild länger betrachtet, erkennt man auf der linken Seite die Köpfe von Fledermäusen, die die Ursache dafür sind, dass Künstler derzeit unsichtbar sind — eben die kleinen Details, auf die Weiss so viel Wert legt und die in ihren großen Bildern nun viel Platz finden.

 

Artikel und Fotos HALLO Verlag, Lydia Wünsch

 


Süddeutsche Zeitung vom 15.05.2020

 

Fantastischer Realismus in Schichten

 

Corinna Weiss manscht, mischt und spritzt gern mit Farben herum - bei der Malweise wäre es unklug, zuhause zu arbeiten

 

von Angela Boschert, Haar

 

 

Viele Künstler waren in den vergangenen Wochen gezwungen, sich vom Genius Loci der eigenen vier Wände inspirieren zu lassen. Die einen entdeckten die Freuden der Entschleunigung, die anderen drehten Videos, wiederum andere pflegten melancholische Gedanken ob der prekären Lage. Corinna Weiss arbeitet trotz Corona stets in ihren Räumen in der Ateliergemeinschaft an der Hans-Pinsel-Straße 7 in Haar. Aus gutem Grund: "Ich könnte gar nicht daheim arbeiten, so wie ich hier mit den Farben rumspritze und probiere, welche Schichten wie den gewünschten Effekt ergeben", sagt die Münchnerin. Zumal sie inzwischen die Farben expressiver aufeinander schichte als früher. Doch war das Arbeiten in den eigenen Atelierräumen anders als bisher. Sie trat in jüngerer Zeit etwa häufiger und bewusster auf den Balkon an der Hausecke. Mal winkte ihr jemand aus dem Büro gegenüber herüber, mal jemand von der Straße aus. Es war ruhiger.

 

Artikel: Süddeutsche Zeitung 15.5.2020 von Angela Boschert, Foto: Claus Schunk, Corinna Weiss

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Artikel und Foto HALLO Verlag Marco Heinrich


Hans-Pinsel-Ateliers 2018, It is not Gold

Artikel: Süddeutsche Zeitung von Angela Boschert, Foto: Claus Schunk

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Artikel und Foto: Hallo Verlag mh


 

Monaco Lifestyle Magazine

Corinna Weiss und ihre Mädchen


Zu besuch bei Corinna Weiss, Hans-Pinsel-Ateliers 2017


Einzelausstellung in Schloss Nymphenburg, 2017

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Hallo München Verlag, Mai 2017

 


Einzelausstellung, Vernissage am tegernsee 22.10.2016

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Tegernseer Zeitung Artikel: Reinhold Schmid, Foto: TP


Von Mädchen und Magnolien, 2015

Corinna Weiss in ihrem Atelier in Haar bei München
Corinna Weiss, Foto: Angelika Bardehle

 

Corinna Weiss ist jedes Mal froh, wenn ihre Mädchen wieder da sind. Auch wenn sie nur beim Rahmen waren. Nachdem sie innerhalb von anderthalb Jahren annährend 50 von ihnen gemalt hat, eines zauberhafter als das andere, ist eine persönliche Beziehung entstanden. "Das sind irgendwann die Kinder", sagt die Künstlerin.

 

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Artikel: Franziska Gerlach, Süddeutsche Zeitung vom 26. November 2015.


Ein halbes Leben für die Kunst, 2015

Künsterin Corinna Weiss
Künstlerportrait erschienen am 18. November 2015 im HALLO-Verlag